Club der toten Dichter mit Peter Lohmeyer

Reinhardt Repkes Club der toten Dichter vertont „Charles Bukowski“.

Nach Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Rainer Maria Rilke und Friedrich Schiller jetzt also Charles Bukowski. Bukowski der amerikanische Kultautor, der angeblich in Buchläden so oft geklaut wird, wie kein anderer. Er sei ihm schon lange im Kopf gewesen, sagt Repke und als er sich dann näher mit Bukowski beschäftig habe, sei die Begeisterung stetig gewachsen.  Bukowski sei weit mehr als nur Sex und Saufen, er sei vielschichtig, sagt Repke. Er war eine Herausforderung und zugleich ein „harter Brocken“, erklärt er, weil Bukowski nicht reimt und ein ganz anderes Versmaß habe, als beispielsweise Schiller. Gut eineinhalb Jahre sitzt Musiker Repke er an einem Dichter. Zunächst produziere er alles selbst, bevor der Club der toten Dichter ins Spiel kommt. Und mit ihm ein geeigneter Gastsänger.

Wunschkandidat Peter Lohmeyer

Als Repke an Bukowski arbeitet, merkt er, dass Bukowskis Gedichte eine ganz besondere Interpretation brauchen. Es bedarf jemenden, der mit Texten arbeiten kann. Eher ein Schauspieler, als ein Sänger oder Musiker. Peter Lohmeyer sei ihm gleich in den Sinn gekommen, also habe er sich die Email-Adresse besorgt und den Schauspieler angemailt. Die Email erreicht Lohmeyer im Bolivien-Urlaub in 3000 Meter Höhe. Bukowski vertonen, hört sich interessant an, denkt Lohmeyer und signalisiert seinerseits per Email sein Interesse. Wieder in Deutschland will der Schauspieler aber zunächst den Club der toten Dichter kennenlernen und trifft sich mit Repke und dessen Mitstreitern in Berlin. Als er den Club der toten Dichter dann in Aktion sieht, bei einem Rilke-Konzert mit Gastsängerin Katharina Frank, ist er begeistert. „Das fand ich ganz fantastisch“, erinnert sich Lohmeyer. „Wenn das mit uns nur ansatzweise so gut läuft, dann will ich dabei sein.“

Isoldes Kochkünste

Die Zusammenarbeit von Peter Lohmeyer und dem Club der toten Dichter verläuft äußerst entspannt. Die Arbeit im Studio funktioniert auf Anhieb und völlig stressfrei. Anschließend trifft sich die Band bei Oma Isolde am Abendbrottisch und kommt sich stetig näher. Das habe an der ungezwungenen Atmosphäre gelegen, sagt Lohmeyerm, und vielleicht auch an Oma Isoldes Kochkünsten. Die seien wirlich große Klasse, bestätigt Repke, und schwärmt anschließend von Lohmeyer. „Peter ist einfach Vollprofi und sei voll dabei gewesen.“ Mit ihm zu arbeiten mache einfach Spaß.

Seit wann singt Lohmeyer?

Peter Lohmeyer ist mir als Sänger bisher gar nicht aufgefallen, bemerke ich, wie habe das denn mit dem Singen funktioniert?  „Sehr gut“, sagt Lohmeyer, der sofort eine Anekdote mit Max Raabe aus dem Ärmel schüttelt. Mit Raabe habe er schon einmal auf der Bühne gestanden um zu singen. In der Waldbühne vor 18.000 Zuschauern. Prompt habe er seinen Einsatz verpasst, lacht er, aber der Max habe das gekonnt überspielt und als er dann mitgesungen habe, war es einfach der Wahnsinn. Jetzt mit dem Club der toten Dichter, das hat auch einfach Spaß gemacht. Außerdem seinen  Bukowskis Texte toll. „Bukowski“, sagt Lohmeyer, „scheiße sensibel war der Typ“.

Reinhardt Repke und Peter Lohmeyer haben mir das Videointerview am 23.02.2016 bei Antenne Brandenburg (RBB) gegeben.

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.