Falkenberg „Menschen auf Brücken“

„Ein Konzeptalbum“.

Ein ganzes Album mit einem verbindendem Thema: Brücken! Ralf Schmidt, alias IC Falkenberg und jetzt nur noch Falkenberg, denkt anfangs einfach nur an ein Bild. Der Musiker malt in seiner Freizeit. Aus der Bildidee wird aber schnell mehr, denn Brücken stehen für so vieles im Leben.

Sie verbinden, trennen, schützen, stürzen ein, tragen Hoffnungen… .Die Idee ein ganzes Album über all diese Brückenfunktionen zu schreiben lässt Falkenberg nicht mehr los.

Menschen auf Brücken.

Als Ralf Schmidt über die vielen Facetten nachdenkt, wird ihm klar, wie groß seine eigene emotionale Kompetenz ist. Viele der Themen hat er selbst erlebt. Das bringt ihn zu der Erkenntnis, dass es locker für ein ganzes Album reicht. Da ist zum Beispiel der Titel „Tunnel unter den Brücken“, indem Schmidt seine eigenen Depressionen verarbeitet, die ihn in unregelmäßigen Abständen heimsuchen.

Musik mit Schwere.

Falkenbergs Musik ist nichts, was mal eben so im Hintergrund dahinduldet. „Es habe natürlich seine Schwere, sagt er. Allein schon durch die Arrangements mit Streichern, die das Ganze auf den Punkt dramatisch machten. Dazu kommen noch die vielen Gitarren und schweren Drumbeats.

Ralf Schmidt spricht auf seinem neuen Album "Menschen auf Brücken" Tabu-Themen an. Ein Diskurs darüber ist ihm durchaus recht.

Falkenberg: Der „hassdominierten Diskussion“ ein Ende setzen.

Falkenberg: Ein Musiker mit Haltung.

Ralf Schmidt hat eine klare Haltung und spricht Themen an, die viel zu selten in der Musik thematisiert werden, wie er findet. Etwa das eben erwähnte Thema Depressionen. Oder das Thema Krieg und Vertreibung. In „Brückenköpfe“ singt er gegen die, die Kriege zu verantworten haben und damit für die Flucht vieler Menschen verantwortlich sind.

Alkohl als gesellschaftliches Problem, wird in „Brücken ohne Geländer“ behandelt. In „Die Leere überbrücken“ bekommt das Fernsehen sein Fett weg: Zu viel Schwachsinn und Sinnlosigkeit, die uns das Fernsehen täglich liefere, sagt Falkenberg.

Diskurs erwünscht.

„Kunst muss politisch sein“, meint Schmidt, „ansonsten hat sie keine Existenzberechtigung.“ Dabei sei das mit der Politik natürlich Ansichtssache und ein breites Spektrum. „Für mich ist schon politisches Handeln, sich aktiv gesellschaftlich zu engagieren, so der Künstler. „Für Menschen, denen es nicht so gut geht. Für Themen, die wichtig sind usw.“

Das Falkenberg Diskussionen anstößt und seine Ansichten längst nicht auf Jedermanns Verständnis treffen, ist dem Künstler durchaus klar und recht. Denn das sei schließlich auch ein Thema des Albums: Herauszukommen aus diesem „hassdominierten Diskutieren“.

Ralf Schmidt, Falkenberg, war am 24.11.2016 bei Antenne Brandenburg. Hier ist auch das Videointerview entstanden.

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