Roy Orbison – MGM Years

Roy Orbison MGM Years 1965 – 1973, die umfassende Album Kollektion.

Roy Orbison war in den 1960er Jahren ein ganz Großer in der amerikanischen Musikszene. 1961 hatte er mit „Running Scared“ seinen ersten Nummer eins Hit und spätestens mit „Pretty Woman“ (1964 ebenfalls Nummer eins) kannte ihn die ganze Welt. Der große Erfolg ließ ihn 1965 sein Plattenlaben wechseln. MGM bot ihm einen damals einen gewaltigen Millionen Vertrag. Dafür verpflichtete sich der Sänger (Markenzeichen die dunkle Brille), pro Jahr 3 Alben aufzunehmen. Unvorstellbar aus heutiger Sicht.

Universal veröffentlicht jetzt die bisher umfassendste Kollection aus dieser Zeit: „Roy Orbison – The MGM Years 1965 – 1973“. Die Box umfasst 13 Alben und enthält auch Singles und B-Seiten, die seinerzeit nicht auf den Original Alben enthalten waren. Insgesamt sind es 152 Songs. „Darauf haben die Fans 45 Jahre gewartet“, sagt sein Sohn Alex Orbison, der die Aufnahmen seines Vaters mit großem Aufwand remastered hat . So war es ihm sehr wichtig, den warmen Klang der Vinylaufnahmen beim Digilatisieren zu erhalten. „Wir wollten die Alben so abmischen, wie sie mein Vater damals gehört hat.“

„One Of The Lonely Ones“, bisher unveröffentlicht

Als besonderes „Sahnestück“ enthalten die ersten 500 MGM-Boxen außerdem das Album „One Of The Lonely Ones“. Dabei handelt es sich um bisher unveröffentlichte Songs aus dem Jahr 1968. Eigentlich sollte „One Of The Lonely Ones“ damals das dritte Album des Jahres sein, aber eine Tragödie verhinderte die Veröffentlichung. Im Haus der Orbisons brach ein Feuer aus, wobei zwei Söhne des Musikers ums Leben kamen. Daraufhin entschied sich MGM das Vorgängeralbum zu pushen und „One OF The Lonely Ones“ geriet in Vergessenheit.  Bis, ja bis Alex Orbison, selbst Musiker, die Aufnahmen und alten Bänder entdeckte. Als er das Material chronologisch ordnete war irgendwann klar, das musste das unveröffentlichte dritte Album sein. Eine Sensation, nicht nur für die Fans.

Roy Orbison in bisher nie gehörter Qualität

Die werden sich ohnehin freuen, Roy Orbison zu hören, wie sie ihn bisher nie gehört haben. Denn, so erzählt sein Sohn im Videointerview, viele Aufnahmen aus dieser Zeit waren aus heutiger Sicht schlecht abgemischt. Das lag einerseit  an den technischen Möglichkeiten und anderseits an mangelnder Sorgfalt. So wurden viele Pegel am Anfang der Songs eingestellt, aber wenn sich die Songs dann mit einsetzendem Orchester dem großen Ende näherten, war Roy Orbisons Stimme praktisch nicht mehr zu hören. Bei einer Aufnahme felte seine Stimme gänzlich. „Ich habe mich immer gefragt, wo ist denn hier mein Vater zu hören?“, wundert sich Alex noch heute. Die Antwort ergab sich beim Mischen. Die Tontechniker hatten die Gesangsspur einfach unter einen anderen Titel gelegt. „Wir sind wahnsinnig stolz“, den Fans und der Welt jetzt  „One Of The Lonely Ones“ präsentieren zu können, sagt Alex Orbision. (Das Album wird übrigens auch einzeln erscheinen). Außerdem freuen wir uns, den Fans diese bis jetzt umfassendste Sammlung in unerhörter Klangqualität präsentieren zu können.

Alex Orbison hat das Videointerview am 27.11.2015 bei Antenne Brandenburg gegeben.

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