Magnetangeln in Berlin.

Unterwegs mit den „Magnethunters“.

Auch beim Magnetangeln eher ungewöhnlich, ein Samuraischwert
Auch beim Magnetangeln eher ungewöhnlich, ein Samuraischwert

Mit Magneten auf der Suchen nach Metallschrott.

Ausgerüstet mit Magneten und Enterhaken machen sich die „Magnethunters“ am Wochenende auf die Suche nach Metallschrott. Dieses Mal sind sie in Berlin-Reinickendorf unterwegs, im Märkischen Viertel am Segelluchbecken. Von der Brücke aus werfen die beiden ihre Magneten ins Wasser, ziehen vorsichtig und mit Gefühl am Seil und bringen praktisch jedes Mal irgendeinen Gegenstand an Land.

Ein PC-Gehäuse ziehen sie aus dem Wasser, etliche Gerüstteile, Werkzeuge, eine Geldkassette und jede Menge Kleinteile, Uhren, Handys und Münzen. Auch mehrere Fahrräder hängen am Magneten. Gerade in den Innenstadtbezirken Berlins sind es ganz oft auch Elektroroller.

Während der Betrachter staunt, ist das alles für die routinierten Magnetangler nichts Außergewöhnliches. Dann aber fördern sie ein Samuraischwert zutage. Das ist dann auch für die Magnethunters mal was anderes. Beim Magnetangeln weiß du nie, was unter der Wasseroberfläche schlummert, sagt Reiner Beust.

Mit Gefühl ziehen die Magnetangler an ihren Schnüren
Magnetangeln: Man weiß nie, was zum Vorschein kommt

Umweltschutz und Abenteuer.

Es ist ziemlich ungemütlich an diesem Morgen, aber den „Magnethunters“ ist das ziemlich egal. Ihre Mission beim Magnetangeln heißt Schrottsammeln und die Gewässer ein klein wenig sauber zu machen.

Aber natürlich ist auch ein bisschen Abenteuer dabei, denn keiner weiß, was beim nächsten Wurf am Magneten hängt. Gefährlich kann es auch werden, wenn beispielsweise Waffen zum Vorschein kommen, in Berlin auch keine Seltenheit, wie sie berichten. Dann aber rufen sie sofort die Polizei an.

Am Magneten hing eine Münze
Die Magnethunters begutachten eine Münze

Magnetangeln ist rechtlich eine Grauzone.

Hin und wieder fischen Magnetangler auch Granaten aus dem 2. Weltkrieg aus dem Wasser. Dann rückt das Kanpfmittelräumkommando an. Dort ist man von den Magnetanglern nicht sonderlich angetan. Einerseits kommen so zwar gefährliche Gegenstände zum Vorschein, andererseits besteht dabei aber absolute Lebensgefahr.

So befinden sich Magnetangler auch in einer gesetzlichen Grauzone. In Berlin wird es geduldet. Alle Gegenstände, die länger als ein halbes Jahr im Wasser liegen und den Wert von 10 Euro nicht überschreiten, dürfen die Magnetangler behalten. Reich wird man mit diesem Hobby also nicht. Ich habe die „Magnethunters“ für rbb|24 begleitet.

Video bei rbb|24 auf facebook .

Der Anhänger ist am Ende des Einsatzes voller Metallschrott
Am Ende ist der Anhänger voll. Knapp 300 Kilogramm Metallschrott

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