Heino – Arschkarte

Heino: Ich möchte wahrgenommen werden.

Es kommt mir vor, als ob es Heino schon immer gegeben hat und irgendwie sieht er auch immer gleich aus:  Weißblonde Haare und dunkle Brille. Inzwischen ist Heino 78 Jahre alt und auf seinen neuesten Album stimmt er mit seinem charakteristischen Bariton rockig Fußball-Lieder an.

„Arschkarte“ heißt das Album, ein Titel, der sich während des Brainstormings ergeben habe, wie Ehefrau Hannelore ausführt. Heino und Hannelore sitzen gemeinsam im Interview bei Antenne Brandenburg und irgendwie wirken die beiden süß, was ganz sicher am liebevollen Umgang miteinander herrührt. Er ganz Gentleman, sie voller Wertschätzung für seine Musik. Manchmal allerdings wird deutlich, dass Ehefrau Hannelore klar den Hut auf hat, die Frau weiß was sie will.

Das weiß auch Heino, der sichtbar Spaß an seinem Imagewandel hat. „Wenn man sich so lange mit Musik befasst wie ich, dann muss einem immer etwas neues einfallen, sonst wird man ja eines Tages nicht mehr wahrgenommen. Ich möchte ja noch wahrgenommen werden,“ sagt Heino.

Heino und Hanneloren haben Spaß beim Videointerview

Heino und Hannelore. Sie hat den Hut auf.

„Bin Rocker geworden“

Bevor Heino die Musikwelt mit seinem Coveralbum „Mit freundlichen Grüßen“ überrascht hat und sich plötzlich auf Platz Eins der deutschen Albumcharts wiederfand, führte er ein Leben im Sänger-Ruhestand und war unerträglich, sagt Ehefrau Hannelore. Heino lächelt. Nach zwei Alben im neuen Rockstil jetzt also der Dritte Streich: Ein Album mit Fußball-Liedern zum mitgrölen.

Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft sicherlich nicht die spektakulärste Idee, gleichwohl wundert sich Heino während er über seinen neuesten Cou des wahrgenommen werdens nachsinnt, es scheint außer ihm niemand an einem ähnlichen Projekt zu arbeiten. Also sucht er sich seine Fußball-Lieblingslieder zusammen und nimmt sie mit Schmackes auf.

„Heino ist jetzt ein Rocker“ sagt Hannelore über ihren Heino und der fügt hinzu, wenn ich nicht Rocker geworden wäre, hätte ich mich mit dem Titel „Arschkarte“ sicherlich etwas schwerer getan. Aber schließlich gehe es ja um Party und im Fußball ist man auch nicht so zart besaitet.

„Endlich mal die Arschkarte zurückgeben“

Jahrelang, erzählt Heino, ist er wegen seiner Volksmusik belächelt worden. Schon als jungem Sänger, zu Beginn seiner Karriere, ist ihm offene Ablehnung entgegengeschlagen, wenn beispielsweise Studiomusiker bei Plattenaufnahmen seine Songs nicht spielen wollten. Das hat Spuren hinterlassen.

Umso mehr ist es dem Sänger jetzt eine Genugtuung, allen seinen Zweiflern seinerseits die Arschkarte zurückzugeben. Dabei fühlt er sich mit seinem neuen Image pudelwohl und schwärmt von den Konzerten, bei denen ihm plötzlich junge Menschen zuhören. Bei seinem Volksmusikprogramm ist das ja eher die Ausnahme.

„Wenn man in den ersten Reihen junge Leute sieht mit Zahnspangen, dann kann man doch wohl sagen, ok, ich habe hier Jung und Alt versucht zusammenzuschweißen und das ist ja auch gut“, sagt Heino nicht ohne Stolz. Und Hannelore ergänzt: „Früher hat Heino Pralinen bekommen und Blumen und was kriegt er heute? Die jungen Mädchen schmeißen ihm Dessous auf die Bühne.“ „Hannelore“ freut sich Heino,  und nochmal „Hannelore“ , „jetzt hast du es aber gesagt.“

Heino und Hannelore waren am 29. April zu Gast bei Antenne Brandenburg. Da ist auch das Videointerview entstanden.

 

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